GEMA

Wer wusste das? Ich NICHT.
Ein Anruf eines Mitarbeiters (oder Vereinsmitgliedes) der GEMA konfrontierte mich heute erstmalig mit dem Thema, dass ich für die Fernseher in meinen Ferienhäusern eine Gebühr an die GEMA zu entrichten habe. (Für die, die niemals damit Kontakt hatten – gemeint ist nicht die GEZ). Dies, da ich durch die Bereitstellung eines Fernsehers in meinen Unterkünften einem unbegrenzten Publikum urheberrechtlich geschützte Werke zugänglich mache. Grundlage dafür ist (sei) §§ 20, 20b UrhG. Ein wenig Suche in den Weiten des www legt nahe, dass dem tatsächlich so sein könnte. Ich erlaube mir die Gebührenübersicht per Link zur Verfügung zu stellen. Besonders interessant die Verjährungsfristen. Liebe Vermieter von Unterkünften – freut Euch auf Nachzahlungen. Wichtig dabei scheint mir jedoch, dass ich mit einem Fernseher in abgeschlossenen Räumlichkeiten nur dann etwas zugänglich machen kann, wenn auch jemand Zugang zu diesem Fernseher hat. Ich freue mich schon jetzt auf die Bereitstellung von Belegungsplänen der letzten Jahre, da ich diese als Grundlage einer anstehenden Berechnung verwenden werde. Ich hoffe, dass diesem Aufruf zahlreiche Vermieter folgen werden.

Nun aber verstehe ich auch, warum selbst in den besten Hotels Deutschlands und auch in den größten Zimmern nie Fernsehgeräte anzutreffen sind, die größer als 42 Zoll Bilddiagonale haben: Ein TV mit bis zu 42 Zoll in einem Zimmer bis 100 m² kostet pro Jahr € 160,75. Ein Fernseher von mehr als 42 Zoll zählt als Großbildschirm und kostet pro Jahr € 511,00 Gebühr für den Hotelier. Bei einem Hotel mit nur 50 Zimmern ein Unterschied von € 17.512,00 im Jahr. Die rechtliche Grundlage dafür ist die Tatsache, dass selbst in einem Doppelzimmer davon ausgegangen wird, dass einem unbegrenzten Publikum urheberrechtlich geschützte Werke zugänglich gemacht werden. Was genau will die GEMA mit dieser Annahme mir und allen regelmäßigen Hotelbesuchern unterstellen?

Wichtig wird für mich nun zusätzlich der Aspekt, ob nicht zwangsläufig mit dem Erwerb eine Car-Hifi-Anlage mit über 100 Watt Ausgangsleistung eine GEMA Gebühr fällig werden muss. Bei geöffneten Fenstern und nur mäßiger Lautstärke macht ein jeder Besitzer einer solchen Anlage urheberrechtlich geschützte Werke einem unbegrenzten Publikum zugänglich, mehr als ein Hotelier der einen Fernseher in einem Doppelzimmer bereitstellt.

Ich erlaube mir kurzfristig zu diesem Thema eine Seite in Facebook einzurichten und werde an dieser Stelle darüber informieren.

Ich möchte Euch alle darum bitten Eure Radio- und TV-Geräte nur noch in Zimmerlautstärke zu betreiben. Sollte Musik aus Euren Heimen auf die Straße dringen und Ihr dadurch urheberrechtlich geschützte Werke einem unbegrenzten Publikum zugänglich machen, sehe ich mich gezwungen der GEMA einen Hinweis zu geben. (Natürlich werde ich dies nicht tun, aber bedenkt, dass Ihr längst als Privathaushalt in der Falle seid. Spätestens dann, wenn Ihr Euch mit Bekannten oder Freunden trefft und diese PersonEN mitbringen, mit denen Ihr nicht bekannt seid und Musik hört.)

https://www.gema.de/fileadmin/user_upload/Musiknutzer/Tarife/Tarife_ad/tarifuebersicht_gaststaetten.pdf